Die Hochburg des Eis- und Radsports

Racing Bike

Erfurt bringt seit Jahrzehnten eine Vielzahl von Eissportlern hervor, die sich über einen längeren Zeitraum in der Weltspitze halten. Vor allem die Erfurter Eisschnellläuferinnen fahren bei großen Veranstaltungen regelmäßig um den Sieg mit. Bis zu ihrem Rücktritt im Jahr 2005 gehörte auch Gunda Niemann-Stirnemann zu den besten Eisschnellläuferinnen der Welt. Sie nahm an Rennen über 1.500, 3.000 und 5.000 Meter teil. In ihrer über 20-jährigen Karriere gewann die in Sondershausen geborene Niemann-Stirnemann 3 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, wurde 19 Mal Welt-, 8 Mal Europa- und insgesamt 34 Mal Deutsche Meisterin. Dazu gewann sie 98 Weltcup-Rennen und 19 Mal den Gesamt-Weltcup. Mit diesen Leistungen wurde sie zur erfolgreichsten Athletin ihrer Sportart aller Zeiten. Die Stadt Erfurt würdigte ihre Erfolge dadurch, dass sie einer 2001 eröffneten Eislaufhalle den Namen Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle gab.

Der Trainer von Niemann-Stirnemann, Stephan Gneupel, betreute auch weitere erfolgreiche Eisschnellläuferinnen. Dazu gehörte die geborene Erfurterin Daniela Anschütz-Thoms. Sie errang in ihrer Karriere zwar keine Einzel-Goldmedaillen bei großen Wettkämpfen, konnte aber zweimal bei den Olympischen Spielen und einmal bei einer Weltmeisterschaft den ersten Platz im Teamwettbewerb gewinnen. Auch die heutige Fernsehmoderatorin Franziska Schenk wurde in Erfurt geboren und startete hier ihre erfolgreiche Sportlerkarriere. Diese brachte ihr einen Weltmeistertitel, 11 Weltcup-Siege und mehrere Deutsche Meisterschaften ein. Zu guter Letzt ist auch Sabine Völker eine Erfurter Titelsammlerin. Sie holte sich jeweils einmal die Goldmedaille bei Olympia und bei der WM sowie 11 Deutsche Meisterschaften.

Pirouetten aus Erfurt

Erfurter Eissportler können nicht nur schnell, sondern auch filigran laufen. So war Stefan Lindemann bis zu seinem Rücktritt nach den Olympischen Spielen 2010 der beste Eiskunstläufer Deutschlands. Er wurde 7 Mal Deutscher Meister und gewann im Jahr 2000 die Weltmeisterschaft der Junioren. Dazu holte er zwei historische dritte Plätze: Seine Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2004 war ebenso wie die bei den Europameisterschaften im Jahr darauf das erste Mal seit über 20 Jahren, dass ein deutscher Eiskunstläufer bei den jeweiligen Titelkämpfen eine Medaille gewinnen konnte.

Erfolg auf zwei Rädern

Auch der Radsport ist einer der Bereiche, in dem regelmäßig Athleten aus Erfurt bis an die Weltspitze fahren. Der Bahnradfahrer René Wolff beispielsweise gewann bei den Olympischen Spielen 2004 die Goldmedaille im Teamsprint und Bronze im Einzelsprint. 2003 wurde er zudem Weltmeister im Teamsprint und 2005 im Sprint. Dazu kamen insgesamt 5 Deutsche Meistertitel.
Bei langen Straßenradrennen konnten sich ebenfalls Erfurter in die Siegerlisten eintragen. So gehörte Stephan Schreck zur Mannschaft des Team Telekom, das 2005 die Mannschaftswertung bei der Tour de France gewann. Sebastian Lang, der bei der gleichen Rundfahrt für das Team Gerolsteiner an den Start ging, gewann in seiner Karriere zwei Deutsche Meisterschaften im Zeitfahren, einmal die Dänemark-Rundfahrt und zweimal die Hessenrundfahrt. Sein erfolgreichstes Jahr war 2006, als er die Drei-Länder-Tour sowie die Bergwertung bei der Deutschland Tour gewann.