Erfurt und seine historischen Kirchen: “Thüringisches Rom”

Dom und Severikirche Erfurt

Aufgrund der vielen in Erfurt beheimateten Klöster und Kirchen erhielt die Stadt im Mittelalter den treffenden Beinamen “Thüringisches Rom”. Insgesamt stehen in Erfurt und den umgebenden Gemeinden heute noch 77 Kirchengebäude, wovon sich 22 Gotteshäuser in der Altstadt befinden.

Das Wahrzeichen der Landeshauptstadt von Thüringen ist das monumentale Kirchenensemble von Severikirche und Mariendom. Das architektonische Meisterwerk befindet sich auf dem Domberg und überragt majestätisch das Stadtbild von Erfurt. Vom Domplatz aus führen 70 Stufen zu Severikirche und Dom, beide einzigartige Meisterwerke gotischer Baukunst. Der Dom verfügt über die größte freischwingende Glocke der Welt, die auch heute noch geläutet wird. In unmittelbarer Nähe zum Dom steht die Severikirche, die eine der wenigen fünfschiffigen und gut erhaltenen gotischen Kirchen in Deutschland ist.

Wenigemarkt mit Ägidienkirche

Wenigemarkt mit Ägidienkirche

Ein beeindruckendes Werk virtuoser Handwerkskunst ist der im Jahre 1467 errichtete Taufstein, der fünfzehn Meter hoch und kunstvoll verziert ist. Die Geschichte der Severikirche geht bis auf das Jahr 935 zurück, als auf dem Domberg das Kanonikerstift St. Severi erbaut wurde.

Das Augustinerkloster wurde im Jahre 1277 errichtet und ist in der ganzen Welt bekannt als eine bedeutende Lutherstätte. Martin Luther studierte an der Erfurter Universität von 1501 bis 1505. Im Jahre 1507 wurde Martin Luther hier zum Priester geweiht. Das Augustinerkloster, ein beeindruckender mittelalterlicher Ordensbau, ist heute auch eine international bedeutende Begegnungs- und Tagungsstätte. Außerdem werden interessante Führungen durch das Augustinerkloster angeboten.

Martin Luther wurde im Erfurter Augustinerkloster zum Priester geweiht.

Martin Luther wurde im Erfurter Augustinerkloster zum Priester geweiht.


Zum Franziskanerkloster gehörende Barfüßerkirche wurde im Jahre 1231 erbaut. 1525 wurde die Kirche evangelisch, das Kloster blieb bis 1594 erhalten. Im Jahre 1944 wurde die größte Erfurter Kirche bei einem Luftangriff der Alliierten zerstört und anschließend teilweise wieder aufgebaut. Seit 1983 gehört die Barfüßerkirche, die über einen bemerkenswert großen Flügelaltar verfügt, zum Angermuseum. Im Sommer dient sie auch als Bühne für verschiedene Freilichtaufführungen und Konzerte.
Die Predigerkirche wurde zwischen 1270 und 1450 von Dominikanermönchen errichtet und ist zusammen mit dem Predigerkloster eines der wichtigsten Bauwerke der deutschen Bettelorden-Architektur. Das Predigerkloster verfügt außerdem über den ältesten Dachstuhl in Deutschland.

Die Ägidienkirche steht am Wenigenmarkt und stammt aus dem Jahre 1110. Ursprünglich bildete sie zusammen mit einer zweiten Kirche die Brückenkopfkirchen der Krämerbrücke. Von ihrem Turm hat man eine einzigartige Aussicht auf die Erfurter Altstadt.

Weitere bedeutende und bekannte Kirchen in Erfurt sind die Lorenzkirche, die Nikolaikirche, die Peterskirche, die Schottenkirche und die Kaufmannskirche.
Die thüringische Landeshauptstadt hat eine der kirchenreichsten Altstädte Deutschlands und ist allein schon deshalb eine Reise wert.