Erfurt in Zeiten der DDR

Blick über Erfurt vom Petersberg

Die thüringische Stadt Erfurt hatte stark unter den Folgen des II. Weltkriegs zu leiden. Sie wurde unter Anderem deshalb so stark bombardiert, da sie ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie des Hitler-Regimes war. Doch die Erfurter hielten zusammen und machten die Stadt schnell wieder wohnlich. Von 1948 bis 1952 war Erfurt die Hauptstadt Thüringens, bevor die DDR-Regierung eine komplette Umstrukturierung vornahm, bei der Erfurt die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks wurde.

Die 60er Jahre – prägend für das Stadtbild

Die 60er Jahre haben das Bild der Stadt für immer verändert. Zu diesem Zeitpunkt beschloss die Stadtverwaltung den Abriss des Krämpferviertels. An die Stelle der kleinen Gebäude rückten moderne Plattenbauten mit bis zu 16 Vollgeschossen und Längen bis zu 120 Metern, die so gar nicht zum sonstigen Bild der benachbarten Altstadt passten. Mit dem Andreasviertel sollte das Gleiche passieren, was jedoch durch massive Bürgerproteste und die deutsche Wiedervereinigung im letzten Moment verhindert werden konnte.

Die Stadt wuchs durch Eingemeindungen

Die Verwaltungsreformen der einstigen DDR-Regierung wirkten sich auch auf die Fläche der Stadt aus. Vor allem im Jahr 1950 gab es umfangreiche Eingemeindungen. Neu zur Stadt kamen die vorher selbstständigen Kommunen:

  • Rhoda
  • Dittelstedt
  • Bischleben-Stedten
  • Bindesleben
  • Schmira
  • Möbisburg
  • Marbach
  • Gispersleben

Dies war einer der Gründe, weshalb Erfurt im Jahr 1973 bei der Einwohnerzahl die 200.000er Grenze überschreiten konnte.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Erfurt

Zu Zeiten der früheren DDR mauserte sich Erfurt zu einem wichtigen Industriestandort im Süden der Republik. Vor allem die Herstellung von Büromaschinen stellte einen branchenmäßigen Schwerpunkt dar. Ein weiteres bedeutendes Unternehmen war das VEB Funkwerk Erfurt, aus dem nach der Wiedervereinigung Deutschlands Firmen wie „Thesys“ und die X-FAB GmbH hervorgegangen sind.

Bekannt wurde Erfurt weltweit durch die iga. Hier fand zu DDR-Zeiten im Jahr 1961 die „1. Internationale Gartenbauaustellung sozialistischer Länder“ statt. Als Gelände dafür wurde der heutige „egapark“ genutzt, der rund 36 Hektar groß und inzwischen ganzjährig für Besucher geöffnet ist. Ab dem Jahr 1966 wurde die iga auch für Aussteller aus dem nichtsozialistischen Wirtschaftsraum geöffnet.

Die Krämerbrücke

Die Krämerbrücke

Sport und Kultur in Erfurt zu DDR-Zeiten

Erfurt hatte zu Zeiten der ehemaligen DDR einige sehr erfolgreiche Sportler unter den Einwohnern. Dazu zählt beispielsweise der Schwimmer Roland Matthes, der immerhin vier Olympiasiege im Rückenschwimmen für sich verbuchen kann. Der ehemalige SC Turbine Erfurt sorgte für Aufsehen durch die Olympiasiege seiner Hürdenläufer und Fünfkämpfer. Auch der Fußball kam in Erfurt unter der sozialistischen Regierung nicht zu kurz. Der ehemalige FC Rot-Weiß Erfurt wurde sogar DDR-Meister. (Mehr in unserem Artikel: Die Hochburg des Eis- und Radsports)

Unter der Führung der DDR-Regierung wurde in Erfurt im Jahr 1975 das Krämerbrückenfest ins Leben gerufen. Dabei stehen regionale kulinarische Spezialitäten sowie das lokale Kunsthandwerk im Mittelpunkt. Nach der Wiedervereinigung ist diese Veranstaltung auch ein Treffpunkt der Freunde der typischen Musik aus New Orleans geworden.