Ein Spaziergang durch den Erfurter Stadtkern

Die Innenstadt von Erfurt besticht vor allem durch ihre malerischen Gässchen und historischen Gebäude. Überragt wird der Stadtkern vom Petersberg, wo auch der Stadtrundgang beginnt. Auf dem Petersberg befindet sich die Zitadelle Petersberg, die zu den größten noch erhaltenen Stadtfestungen in Europa zählt. Sie ist öffentlich zugänglich, in ihrer Mitte befindet sich unter anderem die Peterskirche.

Die Krämerbrücke

Die Krämerbrücke

Steigt man vom Petersberg hinab, so erreicht man den Domplatz. Dieser wird auf einer Seite vom Wahrzeichen der Stadt Erfurt flankiert, dem Ensemble aus Dom und Severikirche. Beide thronen auf dem Domberg, den man vom Domplatz aus über die Domstufen erreicht. Hier finden alljährlich die Domstufen-Festspiele statt, eine Open-Air-Verstaltung, bei der über 3 Wochen eine Oper oder ein Theaterstück aufgeführt wird. Auf dem Erfurter Domplatz finden zudem viele Märkte und ähnliche Veranstaltungen statt, wie der Weihnachtsmarkt, der zu den schönsten Deutschlands zählt.

Die Standfigur in der Mitte des Fischmarktes gibt oft Anlass zu Verwechslungen. Da Erfurt nie Freie Reichsstadt war, konnte auch kein Roland aufgestellt werden. Der niederländische Bildhauer Israel von der Milla schuf 1591 in städtischem Auftrag die Figur eines Kriegers mit den Insignien der römischen Republik. Der Unabhängigkeitsdrang des Rates und der Bürger kommt an dieser ungewöhnlichen Darstellung zum Ausdruck. Der "Mann auf der Säule" steht an der Stelle, wo sich lange Zeit eine Darstellung des Heiligen Martin, Schutzpatron der Stadt, befand.

Die Standfigur in der Mitte des Fischmarktes gibt oft Anlass zu Verwechslungen. Da Erfurt nie Freie Reichsstadt war, konnte auch kein Roland aufgestellt werden.
Der niederländische Bildhauer Israel von der Milla schuf 1591 in städtischem Auftrag die Figur eines Kriegers mit den Insignien der römischen Republik.
Der Unabhängigkeitsdrang des Rates und der Bürger kommt an dieser ungewöhnlichen Darstellung zum Ausdruck. Der „Mann auf der Säule“ steht an der Stelle, wo sich lange Zeit eine Darstellung des Heiligen Martin, Schutzpatron der Stadt, befand.


Vom Domplatz aus erreicht man über die Marktstraße den Fischmarkt. Hier stehen neben dem Rathaus auch viele weitere historische Gebäude, wie das „Haus zum Breiten Herd“ oder das „Haus zum Roten Ochsen“, in dem die Kunsthalle Erfurt untergebracht ist. Links am Rathaus vorbei geht es zur Krämerbrücke, dem ältesten nicht-kirchlichen Gebäude der Stadt. Es handelt sich um eine mit Fachwerkhäusern bebaute Brücke, die einzige nördlich der Alpen. Sie führt über die Gera, den Fluss, der durch Erfurt fließt. Überschreitet man die Krämerbrücke, so kommt man auf den Wenigemarkt. Über Kürschnergasse und Junkersand erreicht man von hier aus die Schlösserstraße, die den Fischmarkt mit dem Anger verbindet.

Der Anger ist der zentrale Platz Erfurts und mit einer Länge von 500 Metern auch der größte. An einem Ende befinden sich das Einkaufszentrum Anger 1, eines der größten Thüringens, sowie der Neue Angerbrunnen. An der Kaufmannskirche, dem Hauptpostamt, dem Angermuseum und dem „Haus Dacheröden“ vorbei erreicht man den Alten Angerbrunnen am anderen Ende des Angers.

Geht man daran vorbei, so erreicht man die Kurmainzische Statthalterei, einen barocken Gebäudekomplex mit Innenhof. Hier haben die Thüringer Staatskanzlei und der Ministerpräsident des Landes ihren Sitz. Hier befindet sich auch der Hirschgarten, eine Parkanlage, die erst 2009 aus einer lange brachliegenden Fläche gestaltet wurde. Am Ende des Hirschgartens führt rechts eine Straße namens Lange Brücke auf das gleichnamige Bauwerk. Die Brücke überquert zwei Seitenarme der Gera. Die Lange Brücke ist eine reine Fußgängerstraße. An ihrem Ende mündet sie in die Kettenstraße, die ihrerseits wieder zum Domplatz führt.

Abseits des beschriebenen Rundgangs hat Erfurt einige weitere sehenswerte Gebäude zu bieten. So befindet sich unweit des Domplatzes der historische Waidspeicher, in dem heute ein Puppentheater untergebracht ist. Während Erfurt im späten Mittelalter durch den Handel mit Waidpflanzen zu Wohlstand kam, diente das Gebäude als Lagerstätte. Unweit vom Waidspeicher kann das „Haus zum Sonneborn“ besichtigt werden, ein Fachwerkhaus, das heute als Standesamt und Hochzeitshaus dient.